Montag, 19. September 2011
Neun
marina w., 02:08h
Herz und Bauch und Hirn haben sich verbündet. Anarchie in mir. Die blumige, mädchenhafte Kitschsorte von Anarchie: Mit Blumen und Seifenblasen und Haarbändern und Gefühlsachterbahnen. So einig waren die drei sich wohl nie: Alles wird gut. Alles ist gut. Wir fühlen uns uneinheitlich einig wie nie. Das Herz posaunt laut hinaus: Ich will, dass die ganze Welt weiß, wie glücklich wir uns gerade alle fühlen. Das Hirn denkt, was das die Welt wohl kümmere. Der Bauch schmunzelt grummelnd in sich hinein, dass es unser süßes Geheimnis bleiben muss, weil die Welt soviel Hochstimmung doch überhaupt nicht mehr ertragen kann. Das hat die schon lange verlernt. Ich lausche den dreien aufmerksam amüsiert und muss sie alle enttäuschen. Das berauschende Durcheinander darf nicht aufhören. Nichts von alledem, was uns so wahnsinnig strahlen lässt, soll zerpflückt, aufgedröselt, analysiert und bewertet werden. Keine Entscheidungen mehr, nur noch Genießen. Alles was zählt sind das Gefühl und der Moment in dem es leuchtet. Was die Welt betrifft, so glaube ich, dass sie es uns durchaus anmerkt, wie gerne wir jetzt gedankenverloren vor Freude strahlend auf ihr lustwandeln. Was sie davon hält, spielt keine Rolle. Er ist es. Für den Augenblick bin ich mir sicher wie nie: Ich bin die seine.
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