Dienstag, 7. Dezember 2010
Vier
Alle Zeichen stehen auf Neubeginn. Ein neuer Abschnitt beginnt. Und wie immer war ich auch diesesmal fest bei meiner Entscheidung überzeugt: Dieser Abschnitt wird besser als alles andere bisher. Und jetzt, wo die Schienen alle in Richtung Ziel festgestellt wurden, sitz ich klägliches Persönchen hier und fange an mir nostalgisch den letzten Abschnitt zurückzuwünschen. Retrospektiv wirkt alles immer soviel schöner als man es wirklich empfunden hat. Es werden so viele neue Sachen auf mich zu kommen. Ich weiss nicht genau, was mich erwartet. Vielleicht war die Entscheidung doch nicht die Richtige? Was wenn ich es nicht schaffe? Zweifel nagen bis in die Grundpfeiler meiner Persönlichkeit, alles wird angezweifelt, selbst das Anzweifeln an sich. "Kleiner jämmerlicher Feigling", dacht ich mir, "langsam sollt ich's doch besser wissen." Ist schließlich nicht der erste Beginn der auf mich zukommt, wird wohl kaum der letzte sein. - Nun, mir bleibt nichts anderes übrig: Ich werde also so tun, als wäre ich tapfer und erwachsen, und hör auf zu jammern, versprochen. Ein bisschen Zusammenreissen hat noch keinem geschadet und schließlich ist es ja auch so, dass Feigheit nichts damit zu tun hat, wie du dich in einer bestimmten Situation fühlst. Feigheit steht auch in keinerlei Relation mit Panik und Angst, mit denen du vor gewissen Situationen zu kämpfen hast. Feig bist du dann, wenn die Angst dich hindert, das zu tun was du willst. Feig bist du dann, wenn die Panik dich lähmt und du in alten Begebenheiten stagnierst, um dich nicht weiter bewegen zu müssen. Wir alle haben Angst, vor neuen Herausforderungen, die zwangsweise mit der persönlichen Entwicklung auf uns zu kommen. Die meisten Menschen kennen es wohl, die kleinen auflodernden Panikschübe kurz vor einem Neubeginn. Wir sind Menschen, es liegt in unserer Natur, dass wir uns weiterentwickeln - gleichzeitig liegt die Angst vor Unbekannten dort aber auch tief verwurzelt. Mutig sind die, die den Schritt wagen, obwohl sie sich ängstlich und unsicher fühlen. Es kommt nicht darauf an, was du fühlst vor den ersten holprigen Schritten auf deinem neuen Pfad - Was wirklich zählt ist, dass du sie machst und dabei neue Wege beschreitest.

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